weitere Informationen zum DL 103R

Testberichte

Testbericht:

"Speed" - AUDIO lässt die Superlative krachen: Famoser Einzeltest in Ausgabe 4/2006

Die Messwerte zeigen aber auch, dass das 103R mehr kann, als sein einfacherer Bruder: Er tastet höhere Pegel ab und verzerrt noch weniger. Für bessere Auflösung und Dynamik haben die Entwickler dem "R" leichtere Spulen mit weniger Windungen spendiert; davon künden der gegenüber dem alten 103 halbierte Innenwiderstand und die geringere Ausgangsspannung. Statt aus gewöhnlichem Kupfer wickeln die Japaner (in diesem Fall Japanerinnen) die hauchfeinen Spulen für das 103R aus einer besonders reinen Variante des roten Edelmetalls: "6N" steht für die Zahl der Neuner - inklusive der beiden vor dem Komma. 99,9999 % Cu also. MC-Systeme dringen in so kleine Spannungsdimensionen vor, dass Leitermaterialien tatsächlich an Klangeinfluss gewinnen. Davon abgesehen hat 6N-Kupfer auch günstigere mechanische Eigenschaften.
Einziger sichtbarer Unterschied am Generator ist das in der R-Version goldfarbene Magnetjoch. Eventuell hat das neue Teil auch technische Vorteile - gut aussehen tut's auf jeden Fall. Nadelträger (Alu, hohl) und Abtastdiamant (elliptisch) entsprechen laut Datenblatt exakt dem Standard-103.
Eine weitere, unscheinbare Änderung betrifft das Gehäuse: Glänzend-schwarzer Kunststoff ersetzt den matt-ant
hr
azitfarbenen des klassischen DL-103...
... war für eine Vorverstärkung in höchster Qualität gesorgt.

Das DL-103R macht einen alten Wunsch der 103-Fans wa
hr: Es gibt im Bass und Grundton Gas wie der Klassiker, tastet aber ungleich besser ab - geringere ungefederte Massen verbessern nun mal den Fahrbahnkontakt. "The Draughtman's Contract" von Michael Nyman... Nymans Arrangements liefern anspruchsvollste Mittelton-Serpentinen nahezu ohne Basspolster; viele Abtaster verlassen hier schr
ill quietschend die Ideallinie...
Nicht so mit dem 103R. Es nimmt dem Analog-Hörer die Angst vor der Dynamik, indem es selbst schwierige Scheiben ohne den geringsten Respekt angeht. Nymans Soundtrack tönte selten so sauber, reich differenziert und gleichzeitig mitreißend. Wobei die Betonung auf "mitreißend" liegt: Platten, die mit dem 103R nicht abgehen, sind wirklich mausetot und keinen weiteren Wiedergabeversuch wert. Der fast mörderische Groove-Faktor, gepaart mit seidig-elegantem, unbestechlich sauberem Mittelhochtonbereich ist das Erkennungs- und Alleinstellungsmerkmal des DL-103R im Vergleich zu allen anderen Tonabnehmern seiner Preisklasse. Das XXX... hatte in puncto Spielfreude keine Chance gegen den japanischen Pickup....
Um auch feinste Auslenkungen vollständig in Signalspannung verwandeln zu können, brauchen gerade etwas steifere MCs wie das DL-103 eine strenge Fü
hrung, wie sie die Test-Arme allesamt leisten. Dabei geht es nicht nur um die effektive Masse... sondern um Steifigkeit. Wer sich traut, möge einmal einen billigen Arm während des Spielens berühren. In den Vibrationen, die daran spürbar sind, steckt Energie, die dem Signal fehlt. Filigrane bis windige Alt-Arme bestücken Sie lieber mit anderen, softeren Systemen…..

 

Wer aus seinen Platten alles herausholen möchte, sollte also zunächst an Laufwerk und Arm denken. Die Tonabnehmerfrage können Sie anschließend diskutieren - oder kurz und trocken beantworten: "DL-103R".

Fazit:
Auf die Gefa
hr hin, mich zu wiederholen: In jeden Analog-Haushalt gehört mindestens ein DL-103. Als Erst- oder Zweit-Tonabnehmer, oder schlicht als Realitäts-Check für teurere MCs. Nun haben Sie bei der Erfüllung dieser "Pflicht" sogar die Wahl zwischen dem rustikal klingenden... günstigen 103-Urtyp oder dem teureren, aber auch dramatisch besseren DL-103R. Mit Top-Tonarmen und -Vorverstärkern ist dies ein System-Partner fürs Leben: perfekt verarbeitet, jedes Exemplar exakt wie das vorige, langlebig und robust - und selbst für seine 350 Euro preiswert."

Klang:
Verarbeitung:

AUDIO Testurteil:
sehr
gut - 85 Punkte
vorbildlich

se
hr
gut - 85 Punkte
Spitzenklasse
4 O
hren